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Hier sind wir nun bei der Königs-Disziplin in der Filmbearbeitung.
Wo früher noch Künstler mit Farbpinsel auf Glasscheiben
gemalt haben (daher der Begriff "Matte-Painting"), werden
die heutigen Effekte überwiegend mit 3D-Programmen erstellt.
Es gibt heutzutage kaum einen Blockbuster, der nicht ein 3D-Programm
benutzt hat und die Qualität ist mittlerweile so gut, daß
man den Unterschied kaum noch merkt, bzw. oftmals nicht mehr unterscheiden
kann, ist das jetzt wirklich echt oder virtuell in einem Computer-Programm
entstanden.
Oder anders gefragt: Wer hat die vom Lastwagen herunter- fallenden
Bäume in "Final Destination 2" für echt gehalten?
Ich nicht mehr seit ich ihm Internet die MakingOf-Bilder gesehen
habe...
Seit ich mich selbst mit 3D-Programmen beschäftige, weiß
ich, warum die Liste der Leute bei Filmen wie "Shrek"
oder "Findet Nemo" so unglaublich lang ist. Es gibt bei
3D-Programmen mehrere Bereiche und würde jemand alle Bereiche
perfekt beherrschen, wäre er in meinen Augen ein Genie. Bei
solchen Animations-Filmen gibt es Leute die nichts anderes machen
als das Modelling, also das erstellen der virtuellen Charactere.
Wieder andere sind nur für den Hintergrund zuständig.
Wieder andere machen nur die Beleuchtung, also das setzen von Objekten
die Lichtquellen simulieren. Andere machen nur die Oberflächen
und wieder Andere nur die Bewegungen der Charaktere. Und wie gesagt,
seit ich mich selbst damit beschäftige, weiß ich, wie
kompliziert es ist. Daher meine Bezeichnung "Königs-Disziplin".
Stellt euch vor ihr habt ein Nichts vor euch und müßt
es erst einmal füllen. So frei nach dem Prinzip "es werde
Licht" setzt ihr in einem virtuellen, dreidimensionalen Raum
ein Objekt das Licht erzeugt. So, jetzt seht ihr erstmal was. Nein?
Ihr seht nichts? Ist ja auch klar, in eurem virtuellem Universum
ist ja noch gar nichts vorhanden. Also erzeugen wir eine Fläche,
der wir die Farbe eines dunklen Blau´s geben. Damit der Hintergrund
nicht schwarz aussieht, geben wir ihm eine hellblaue Farbe. Erinnert
jetzt schon mal entfernt an einem blauen Himmel mit einem Meer.
Die Grundobjekte sind gesetzt. Damit das ganze aber noch ein wenig
echter und natürlicher Aussieht müssen wir uns jetzt überlegen:
Wie sieht eigentlich Wasser aus? Wie wird Licht von ihm refklektiert?
Welche Bewegungen macht es? Und dann wird es mächtig kompliziert.
Man muß die Größe der Glanzpunkte definieren, die
eine Lichtquelle von der Wasseroberfläche zurück wirft.
Muß ein Oberflächenmuster erzeugen, in der Fachsprache
als "Shader" bezeichnet. Wellenbewegungen, Transparenz,
Veränderung des Aussehens bei anderem Blickwinkel definieren,
usw.
Anders ausgedrückt: je mehr Dinge man definiert und je genauer
diese Dinge am Original (den Eigenschaften des Meeres in der Natur)
sind, desto realer wirkt unser Wasser später. Das kann so real
werden, daß auf einem Standbild der Unterschied nicht mehr
zu erkennen ist (siehe Pic oben - zur Vergrößerung draufklicken).
Aber wie gesagt, alles sehr, sehr kompliziert und wofür Gott anscheinend
sechs Tage gebraucht hat, habe ich mehrere Monate dran gerarbeitet
und mein Compi circa 36 Stunden dran gerechnet. Wohl gemerkt: 36
Stunden an 29 Sekunden Film, denn jedes einzelne Bild muß
im virtuellen, dreidimensionalen Raum mit den ganzen Eigenschaften
wie Licht, Schatten, Oberfläche, usw. berechnet werden.
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